Bitcoin-Marktkommentar: So tickt die Börse Stuttgart

Das erste Quartal 2022 startete mit einer Flaute an den Finanzmärkten, auch digitale Assets wie Bitcoin blieben nicht verschont. Doch bietet die Korrektur auch Chancen, denn der noch junge Krypto-Sektor verspricht weiterhin spannende Technologien und Trends. So erlebt der Bereich Decentralised Finance (DeFi) ein Comeback, Ethereum bereitet ein großes Update vor und Unternehmen entdecken das Potenzial von Non fungible Token (NFT). Folgende Entwicklungen auf dem Krypto-Markt sollten Anleger jetzt im Blick haben:

Bitcoin bleibt König

Schon häufig machten selbsternannte „Bitcoin-Killer“ von sich reden. Die älteste und bekannteste Kryptowährung vom Thron zu stoßen, hat jedoch noch keine konkurrierende Blockchain geschafft. Und das wird auch aller Voraussicht nach so bleiben. Mit einer Marktdominanz von etwa 40% bleibt es für die Konkurrenz schwierig, dem Leit-Asset das Wasser zu reichen. Zudem hat Bitcoin zwei Asse im Ärmel: Einerseits gewinnt die Kryptowährung im lukrativen Bereich Decentralized Finance (DeFi) zunehmend an Bedeutung. Zum anderen steigt Bitcoins Adaptions-Rate. Nie war es einfacher, in digitale Assets zu investieren. Daher nehmen immer mehr institutionelle Investoren und Privatanleger Bitcoin als Beimischung in ihr Depot auf.

Sebastian Warnke, Geschäftsführer der Boerse Stuttgart Digital Exchange GmbH
Sebastian Warnke, Geschäftsführer der Boerse Stuttgart
Digital Exchange GmbH

2.0-Upgrade macht Ethereum fit für den Konkurrenzkampf

Mit ETH 2.0 steht Ethereum das wohl wichtigste Update seit Jahren bevor. Derzeit ist der Bitcoin-Konkurrent das zweitstärkste Asset am Markt und das mit Abstand bedeutendste Netzwerk für dezentrale Anwendungen. Dementsprechend hoch ist auch die Nutzung der Ethereum-Blockchain. Der Erfolg der Plattform wurde in jüngster Zeit aber zunehmend zum Problem für das Asset: Das Netzwerk kann technologiebedingt nur wenige Transaktionen pro Sekunde verarbeiten. In der Folge sorgen die begrenzten Kapazitäten dafür, dass die Transaktionsgebühren in die Höhe schießen.

Damit will ETH 2.0 Schluss machen. Die Schnelligkeit der Transaktionsverarbeitung soll um ein Vielfaches steigen, die Nutzergebühren deutlich sinken. Das ist wichtig, da konkurrierende Blockchains dabei sind ihr eigenes Ökosystem aufzubauen und Ethereum das Wasser abgraben.

NFTs bleiben auch 2022 angesagt

Kaum ein anderer Trend bewegte den Krypto-Markt im vergangenen Jahr so stark wie NFTs. Non fungible Token (NFT) sind einzigartige Token, die Nachweise über Echtheit, Besitzverhältnisse und Wert digitaler Assets liefern. Die Marktbewertung unterstreicht das rasante Wachstum: War der NFT-Sektor 2020 noch 100 Millionen US-Dollar wert, betrug die Kapitalisierung im vergangenen Jahr bereits 22 Milliarden US-Dollar. Der Trend um NFTs, die derzeit vor allem über die Ethereum-Blockchain gehandelt werden, könnte sich in diesem Jahr noch verstärken.

Denn NFTs stehen in ihrer praktischen Anwendung am Anfang. Zahlreiche Unternehmen sind gerade erst dabei, das Potenzial des Tokenstandards für sich zu entdecken. So erhalten Käufer von bestimmten Nike-Schuhen seit Neuestem eine digitale Kopie ihres gekauften Schuhs, die Basketball-Liga NBA verkauft besondere Erlebnisse ihrer Spieler in Form von NFTs an ihre Fans. Zudem erkunden Streaming-Anbieter Möglichkeiten, Lizenzgebühren für Musiker über NFTs auszuschütten. All das zeigt, dass die Kommerzialisierung dieses Tokenformats gerade erst am Anfang steht.

DeFi feiert sein Comeback

Der DeFi-Sektor bietet dezentrale Finanzdienstleistungen mit klassischen Anwendungsfällen: Darlehen, Anleihen, Verzinsungen und Versicherungen werden über Programme auf Blockchain-Basis verwaltet. Zentrale Dienstleister wie Banken fallen dabei weg. Ethereum bietet für DeFi hauptsächlich die Infrastruktur. Nahezu alle wichtigen Anwendungen aus dem Bereich werden über Smart Contracts auf der Ethereum-Blockchain abgewickelt. Konnte der DeFi-Sektor 2020 ein beachtliches Wachstum vorweisen, ist es im vergangenen Jahr deutlich ruhiger um die Branche geworden. Das soll sich nun aber ändern. Zum einen wird an Schwachstellen gearbeitet: Protokolle sollen sicherer, Anwendungen auch für Krypto-Neulinge zugänglicher werden. Zudem suchen DeFi-Anbieter nach neuen Möglichkeiten für Liquidität, um einen reibungslosen Ablauf ihrer Finanzanwendungen zu ermöglichen.

Hier könnte Bitcoin erstmals eine tragende Rolle spielen. Das Leit-Asset fand bisher nur wenig Anwendung im DeFi-Bereich, da es bislang nicht mit der Ethereum-Blockchain kompatibel war. Das hat sich mit der Einführung neuer Brücken-Technologien geändert. Die Kryptowährung wird zunehmend auf der Ethereum-Blockchain und in DeFi-Anwendungen genutzt. Anleger können mit ihren Bitcoin dezentralen Marktplätzen notwendige Liquidität gegen Gebühren spenden, Bitcoin gegen Zinsen verleihen oder sich beim Handel mit hinterlegten Bitcoin absichern. Dadurch wird die Verknüpfung zwischen Bitcoin und Ethereum enger – insgesamt also eine Win-win-Situation für die beiden konkurrierenden digitalen Assets.

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Source: Bitcoinnews