Coinbase zwingt Niederländer in eine schöne neue Welt der Reiseregel – BitcoinBl…


Ein gefangener Elefant. Bild von JoshuaDavisPhotography über flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Coinbase führt verschärfte KYC-Regeln für Transaktionen ein. Die Börse setzt damit die Travel Rule um. Ist dies eine Vorschau auf einen neuen globalen Standard?

Einige niederländische Nutzer der weltweit tätigen Krypto-Börse Coinbase dürften sich in den vergangenen Wochen geschockt die Augen gerieben haben.

Ab dem 27. Juni gelten sie nämlich Neue Regeln, wenn Coins aus der Börse transferiert werden. Gemäß den Vorschriften des Landes erklärt Coinbase, dass Sie „nach dem Namen und der physischen Adresse des Absenders und zum Zweck der Überweisung“ fragen müssen.

In einigen Fällen muss die Börse auch verlangen, dass der Benutzer ein Coinbase-Wallet mit dem Konto verbindet, damit er nur Coins an dieses Wallet senden kann. Damit würde sich der Kreislauf schließen, und Coinbase hätte die Kryptowährungen der Nutzer immer im Auge und in der Hand, so wie man es aus dem Bankensystem kennt.

Coinbase hat zuvor den 1. April 2022 angekündigt ähnliche Regeln für Kanada, Japan und Singapur eingeführt. Bei ausgehenden Transaktionen müssen Benutzer angeben, welche Art von Brieftasche der Empfänger verwendet – ihre eigene oder die eines Dienstanbieters – und sie müssen Informationen darüber angeben, z. B. ihren Namen und ihre physische Adresse. In Kanada gilt die Regel erst ab einem Wert von 1.000 Kanadischen Dollar.

Coinbase hält sich damit an die Travel Rule der Financial Action Task Force (FATF). Diese besagt, dass Finanzdienstleister verschiedene Informationen über Absender und Empfänger sammeln und empfangen müssen. Für Exchange-to-Exchange-Transaktionen kann dies über eine Art Messaging-System implementiert werden. Zu diesem Zweck hat Coinbase mit anderen Kryptounternehmen zusammengearbeitet, um „Travel Rule Universal Solution Technology (TRUST)“ entwickelt. Dies soll es Krypto-Dienstleistern ermöglichen, die Reiseregel auf sichere und minimal-invasive Weise zu erfüllen.

Die Frage nach dem Umgang mit echten Wallets – also Wallets, über die Nutzer ihre Schlüssel und Coins unabhängig von Dienstleistern verwalten – schwebt schon lange wie ein Damoklesschwert über der Branche. Nachdem die FATF ihre Besorgnis darüber geäußert hatte, dass solche Wallets weiter verbreitet würden, wurden verschiedene nationale Vorschläge zum Umgang mit ihnen unterbreitet Deutschland Oben Südkorea und Japan danach Estland. Auch die europäische Union Ringt um eine tragfähige Antwort, während die Industrie verschiedene Lösungen nicht unumstritten diskutiert.

Die Niederlande haben die Travel Rule noch nicht offiziell umgesetzt. Doch die niederländische Nationalbank, die die Anbieter reguliert, ist dafür bekannt, seit einigen Jahren besonders hart gegen Bitcoin vorzugehen. Es wird daher vermutet, dass Coinbase proaktiv reagiert, indem es die bisher strengste Variante der Reiseregel durchsetzt: Es gibt keine Schwellenwerte und die angeforderten Informationen gehen darüber hinaus in Japan, Singapur und Kanada.

Man kann jetzt befürchten, dass die Niederlande erst der Anfang sind. Die Reiseregel scheint unvermeidlich, weshalb Krypto-Pionier Jeff Garzik davor warnt, dass sich die Praxis auch auf andere Jurisdiktionen ausbreiten wird.

Der Schöpfer der Reiseregel, die FATF, drängt darauf. Auf einen Mitgliederversammlung am 17. Juni in Berlin Das transnationale Gremium unter der Leitung des deutschen Rechtsanwalts Marcus Pleyer beklagt, dass zwar Fortschritte bei der Umsetzung der Travel Rule zu verzeichnen seien, diese aber noch nicht alle Länder erreicht habe. Die langsame Einführung der Reiseregel in vielen Ländern „öffnet eine erhebliche Lücke und macht den Sektor anfällig für Missbrauch durch Kriminelle“. Daher fordert die FATF den Gesetzgeber dringend auf, die Reiseregelung zügig umzusetzen und durchzusetzen.




Vielen Dank dieser Artikel stammt von

[ENGLISH]