Deutschland: Die Hälfte der Bitcoin-Anleger hat bis zu 10.000 Euro investiert

Kryptowährungen sind gekommen, um zu bleiben und sind daher eine relevante Anlageklasse für deutsche Privatanleger. Fast die Hälfte der deutschen Krypto-Investoren (47 %) hat zwischen 1.000-10.000 Euro in diese Anlageklasse investiert. 17 % haben sogar bis zu 100.000 Euro investiert. Bei 38 % der befragten Anleger machen Kryptowährungen und digitale Assets (NFTs, Security Token etc.) zwischen 5-10 % ihres Vermögens aus – bei 29 % ist dieser Anteil deutlich höher. Für 60 % der deutschen Privatanleger ist die Geldanlage der mit Abstand wichtigste Kaufgrund für Kryptowährungen. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen „European Crypto Survey“ von Strategy&, der Strategieberatung von PwC. Für die Umfrage wurden im März und April 2022 insgesamt 1.000 Privatanleger in Deutschland und weitere 500 Anleger in der Schweiz und der Türkei zu ihrem Anlageverhalten in Kryptowährungen und digitalen Assets befragt.

Halt dich fest für dein liebes Leben

Am häufigsten investieren die Deutschen in Bitcoin (79 %), Ethereum (58 %) sowie Litecoin und Dogecoin (jeweils 31 %). Zudem haben 24 % bereits einen Teil ihres Vermögens in NFTs investiert. Zudem sind deutsche Krypto-Investoren von den langfristigen Zukunftsaussichten der Anlageklasse überzeugt: Trotz des jüngsten Einbruchs des Krypto-Marktes seit November 2021 folgen 41 % der befragten Privatanleger der Prämisse „Halte dein Leben lang durch“ (HODL) und änderten ihre Positionen während des Crashs nicht – rund ein Viertel baute ihre Positionen entweder auf oder verkaufte sie zuerst und stieg dann zu günstigeren Preisen wieder ein.


„Krypto hat sich in der Geldanlage der Deutschen etabliert und das investierte Kapital hat eine beachtliche Dimension erreicht. Mehr als 80 % der Krypto-Investoren planen, ihre Bestände weiter auszubauen. Allerdings lassen viele Banken das attraktive Ertragspotenzial dieser Anlageklasse noch ungenutzt. Dennoch zeigen unsere Analysen, dass Krypto-Investments Teil einer kompletten Produktpalette zum Investieren sind und Anleger den Zugang über ihre Hausbank wünschen. Dabei können sich die Institute auf ihre Stärken in den Bereichen Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit verlassen, die für deutsche Privatanleger mit Abstand die wichtigsten Entscheidungsfaktoren bei der Wahl ihres Zugangs zu Kryptoinvestments sind.“

kommentare dr. Philipp Wackerbeck, Global Head of Financial Services bei Strategy&.

Denn das größte Risiko beim Investieren in Kryptowährungen und digitale Assets wird von deutschen Anlegern gefürchtet: Diebstahl durch Hacking (23%). Daher stehen für 39 % der Befragten die Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit der Handelsplattform an erster Stelle, während niedrige Kosten (15 %) und die Auswahl an handelbaren Kryptowährungen (13 %) nur sekundäre Kriterien bei der Entscheidung für die Nutzung von Handelsplattformen sind.

Kaufen und behalten

Krypto-Investoren sind eine attraktive Kundengruppe für Banken und Broker. Auch in andere Anlageklassen sind sie überdurchschnittlich investiert: Mehr als 60 % haben auch in Aktien und ETFs investiert – dazu kommen Anleihen, Rohstoffe, Edelmetalle, Derivate oder Eigentum. Zudem sind Krypto-Investoren äußerst aktiv: Während „Buy and Hold“, also das langfristige Halten von Vermögenswerten, die häufigste Anlagestrategie ist, verfolgen rund 20 % der Anleger Daytrading-Strategien oder handeln nach den Signalen der Charttechnischen Analyse .

Aktuell teilen sich vor allem Kryptobörsen und Neobroker den Großteil des Marktes. Ein genauerer Blick auf die Handelsplattformen offenbart eine eher fragmentierte Anbieterlandschaft, wobei internationale Krypto-Börsen auch den deutschen Markt anführen.

„Wir beobachten in Deutschland eine dynamische Marktentwicklung mit vielen neuen Angeboten. Für Banken ist es wichtig, die Krypto-Nachfrage ihrer Kunden zu bedienen, zusätzliche Einnahmen zu generieren und eine Abwanderung zu anderen Akteuren zu vermeiden. Neobroker und Kryptobörsen brauchen ihrerseits differenzierende Elemente in ihrem Angebot, um den zunehmenden Wettbewerb zu meistern. Auffallend ist, dass sowohl etablierte als auch neue Marktteilnehmer zunehmend konventionelle und digitale Assets aus einer Hand anbieten wollen. Die Dynamik unter den Anbietern wird für Anleger positiv sein, da die teils stattlichen Gebühren für die Investition in digitale Assets künftig sinken dürften.

schließt Felix Becht, Director bei Strategy& Deutschland.

Die vollständigen Ergebnisse des „European Crypto Survey 2022“ sind auf Anfrage oder über diesen Link erhältlich: https://www.strategyand.pwc.com/de/2022-crypto-survey









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